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Freitag 30.07.2010
 
Auswege aus der Pessimismus-Falle
12-2004/575
Quelle: Deutschland
Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Info-Abend des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung Dormagen
Auswege aus der Pessimismus-Falle

Dormagen Zahlen und Fakten sind in der Wirtschaft nicht alles, auch die Psychologie spielt bekanntermaßen eine gehörige Rolle. Soweit es erstere angeht, sind die Perspektiven angesichts des zu erwartenden Nullwachstums und der von Herbert Schulte vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) als geradezu „niederschmetternd" bewerteten Zahlen des ersten Halbjahrs in der Tat nicht rosig. Erschwerend hinzu kommt nach den Worten des stellvertretenden BVMW-Landesgeschäftsführers jedoch auch eine „Pessismismus-Falle". Mögliche Auswege aus dieser vielfach selbst gestellten Falle standen jetzt im Mittelpunkt eines vom BVMW gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Dormagen veranstalteten Unternehmertreffens.

„Dass man das Thema auch umdrehen und Dinge bewegen kann, wenn die Zeiten nicht so gut sind", ist jedenfalls die im TRYP-Hotel nachdrücklich bekundete Überzeugung von Josef Otulak. DerGeschäftsführer der in Dormagen ansässigen Gateway International Engineers & Consultants GmbH widmete sich der Frage, wie sich Brücken zwischen bisher als „Einzelkämpfer" auftretenden Unternehmen bauen lassen, die später in so genannte strategische Partnerschaften übergehen können - zum wechselseitigen Nutzen aller Beteiligten, wie der Unternehmensberater betonte. Dabei würden durchaus „keine neuen Räder erfunden", vielmehr geht es laut Otulak um die „intelligente Kombination von Methoden", die auch in Großunternehmen angewandt würden, jedoch auf die Bedürfnisse des Mittelstands zugeschnitten werden. Exemplarisch erfolgreich gezeigt hat sich das Projekt offensichtlich beim Verbund-Marketing, das die Mönchengladbacher Diamant-Gesellschaft für die Metallplastic GmbH mit vier weiteren Firmen betreibt. Zwei der beteiligten Unternehmen hätten ihre Stellung am Markt zumindest stabilisieren können, während drei Firmen steigende Umsatzzahlen verzeichneten - zwei davon gar im Bereich von 50 Prozent, wie Josef Otulak sagte. Aktiv mitgewirkt haben an dem sechs Monate laufenden Projekt 35 Mitarbeiter der fünf Firmen, deren Ideenaustausch, sich zum Teil auch via einer eigens eingerichteten Internet-Seite im „elektronischen Konferenzraum" vollzog. Sandra Pinter von der Diamant-Geschäftsführung nannte das „Ertrinken im Tagesgeschäft als einen der wichtigsten Gründe dafür, dass in ihrem Unternehmen durchaus vorhandene, innovative Ideen nicht umgesetzt worden seien. Im Zuge der Projektarbeit mit Josef Otulak und seinem Team sei der Außenauftritt des Betriebs komplett erneuert worden. Weitere positive Effekte waren der Motivationsschub bei den Mitarbeitern und die „Produktbereinigung", so die Unternehmerin. Als überaus nützlich erwiesen habe sich auch der Meinungsaustausch mit den anderen beteiligten Unternehmen. Der nur auf den ersten Blick befremdlich anmutende Umstand, dass alle fünf Firmen in verschiedenen Branchen tätig sind und zuvor in keinerlei Beziehung zueinander standen, hat Sandra Pinter zufolge die Herstellung einer unbefangenen Kommunikation durchaus erleichtert. Einander über die Schulter zu schauen, wäre im Fall miteinander konkurrierender Unternehmen doch wohl mit deutlich größeren Hindernissen verbunden gewesen, wie sie einräumt. -S. Meurer-