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Freitag 30.07.2010
 
Brücken bauen
06-2007/1900
Quelle: Stadt-Spiegel-Mönchengladbach
Ein Gruppenfoto zum Abschluss: Die Teilneehmer des ersten Deutsch-Indien-Tages in Giesenkirchen waren mit der Premiere zufrieden.
Der erste Rhein-Indien-Tag in Mönchengladbach war für das Unternehmen Diamant ein voller Erfolg. Mit dem Projekt "Construvation" haben die Gladbacher ein Projekt entwickelt, das auf dem Subkontinent Furore machen kann.

VON MIKE OFFERMANNS
Giesenkirchen – Ajitesh Chatterjee und Prabhat Singh von der indischen Firma "Indian Oil" hörten beim ersten Rhein-Indien-Tag in Mönchengladbach aufmerksam zu. "Und auch die Indische Eisenbahngesellschaft hat bereits ihr Interesse bekundet", bestätigt Professor Dr. Stefan Böhm von der Technischen Universität Braunschweig. Böhms Institut kooperiert beim Projekt "Construvation" mit dem Giesenkirchener Unternehmen Diamant und soll die neue Technik überprüfen und zur Zulassungsreife bringen. Diamant Metallplastic produziert die dafür notwendigen MetallPolymere.

Aber was ist Construvation überhaupt? "Construvation bietet eine Möglichkeit, viel Geld zu sparen", ist Böhm überzeugt. Mit dieser Methode können alte korridierte Stahlträger wieder ausgebessert und stabilisiert werden. Mit polymeren Metallen werden Risse in Stahlkonstruktionen beseitigt. In die Jahre gekommenen Eisenbahnbrücken, die abgerissen werden müssten, könnten so beispielsweise instandgesetzt werden. Das spart viel Geld für einen Neubau und bietet Diamant ein riesiges Betätigungsfeld - besonders in Indien! Dort gibt es Tausende von alten Stahlbrücken, die baufällig sind. Ein riesiger Markt! Vielleicht zu groß für eine mittelständische Firma wie Diamant? Geschäftsführer Achim Schulz lächelt: "Dann bauen wir eben eine Firma in Indien auf!"

Die Giesenkirchener sind schon lange Jahre in Indien aktiv, haben hier Vertragspartner und kennen den Markt. Als Mitbegründer des Indo-German-Office in Bangalore verfügt Schulz dadurch über die besten Kontakte, um auch "Construvation" im indischen Markt zu positionieren. Darüber hinaus wird derzeit mit der RWTH Aachen zusammen ein Masterprogramm für Studenten des elitären Jain College in Bangalore entwickelt. "Wissenstransfer" heißt das auf Neudeutsch. Die Kontakte werden also weiter intensiviert. "Und deswegen wird das nicht der letzte Indientag in Mönchengladbach gewesen sein", ist Schulz überzeugt. Und die nächste Tour nach Asien ist bereits für Ende des Jahres geplant...

Foto: Cleve