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Indien: Aufbruch in Fernost 2
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01-2007/1883
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Quelle: Stadtspiegel, Deutschland
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Indien: Aufbruch in Fernost - von Mike Offermanns
Mönchengladbach - Bangalore - Metallplastic? 30 Indier der Firma AVTEC können mit diesem Begriff nicht viel anfangen und haben erst recht noch nie einen Deutschen gesehen. Und doch referiert Carsten Kunde, Mitarbeiter der Giesenkirchener Firma Diamant, außerhalb von Bangalore in der ländlichen Provinz Husur über deutsche Produkte "made in Mönchengladbach". Der indische Vertragspartner Diamant Triumph hat das Gespräch eingefädelt.
Deutschland ist weit, weit weg, aber das Diamant-Produkt könnte dem indischen Getriebehersteller weiterhelfen. Kunde spult sein Programm souverän auf Englisch herunter, fängt bei Mönchengladbach an und hört bei den technischen Details auf. Anschliessend gibt es noch eine Betriebsführung und - bezeichnend für die indische Gastfreundschaft - ein exclusives Mittagessen mit höllisch-scharfen Gerichten. "Das war doch ein voller Erfolg", sagt Kunde anschliessend. "Indien hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Der Markt hat ein Riesenpotential", meint Diamant-Geschäftsführer Achim Schulz, der mit seiner Firma schon seit über zehn Jahren auf dem Subkontinent aktiv ist. Überall entstehen derzeit neue Repräsentationsbauten. Die Shopping Mall im Herzen Bangalores hat europäischen Standard und die modernen jungen Inder treffen sich, sofenr sie zur betuchten Klasse gehören, im Chinarestaurant und tauschen sich bei Hauotgerichten um die zwei Euro über Windows Vista aus. Die deutsche Metro hat hier einen riesigen Handelshof für Kaufleuite aufgebaut und macht gute Geschäfte. Indien entwickelt sich zur Konsumgesellschaft.
Schulz hat Referenzen und pflegt die Kontakte zu seinen indischen Geschäftspartnern. Das hat Türen geöffnet. Dr. Sengeneni Mohan ist ein einflussreicher Partner, der als Verbindungsmann zwischen Politik und Wissenschaft Gesprächspartner vermitteln kann.
Davon konnte jetzt auch Bodo Streich profitieren. Der in Mönchengladbach wohnende stellvertretende Geschäftsführer der HuDe-Datenmesstechnik GmbH aus Erkelenz hatt das Glück, durch Mohan's Initiative bei der Delegationsreise den Vorsitzenden des indischen Automobilverbandes in Sachen "Forschung und Entwicklung" zu sprechen. Erst zwei Tage zuvor hatte der indische Staatspräsident Abdul Kalam bei einem Kongress die Marschrichtung vorgegeben: "In zehn Jahren wollen wir in der Automobilherstellung die Nummer Eins sein!"
Schon jetzt werden in Bangalore pro Tag 1.000 Neuwagen zugelassen. "Wir haben einen ersten Kontakt hergestellt. Es gibt jetzt Überlegungen, wie wir kooperieren können", zeigt sich Streich zufrieden.
Auch Andreas Straube von der Giesenkirchener Firma Reorg ist hochzufrieden. Reorg als Unternehmen für Rechneranwendungen, Organisation und Messtechnik hat bereits im Dezember den Markt sondiert. Bei seiner ersten Visite hatte Straube bereits indische Geschäftspartner gefunden, denn ohne Joint Venture Partner läuft auch in Indien wenig. Professor Jürgen Büddefeld von der Hochschule Niederrhein wurde von indischen Hochschulrverantwortlichen befragt. "Indische Masterstudenten haben starkes Interesse an einem Auslandsstudium", so Büddefeld. Der Leiter des Nanoinstituts stellte die neuesten Projekte vor."Es braucht Zeit, bis erste konkrete Kooperationen entstehen, aber über Professor Mohan erhoffen wir uns neue Kontakte", so Büddefeld weiter.
Eine Schnittstelle ist das von Schulz vor drei Jahren mitgegründete Indo German Institute of Technologies (IGIT) in Bangalore. Das Ziel: Errungenschaften aus Forschung und Industrie zu bündeln und den indischen Studenten zugänglich zu machen. Laut Schulz und Universitäts-Vizekanzler Dr. K. Balaveera Reddy ist es eine "Win-Win-Situation". Die Deutschen schaffen sich neue Unternehmensfelder, während die Inder ihr Wissen erweitern können. Offizieller Partner des IGIT ist allerdings nicht Mönchengladbach sondern Neuss. Schulz hatte bei der hiesigen Wirtschaftsförderunggesellschaft angefragt, aber die will oder muss sich aufgrund ihrer personellen Ressourcen auf die Türkei und China konzentrieren. Jetzt weihte der Neusser Landrat Dieter Patt zusammen mit Schulz und Reddy die neuen IGIT-Räumlichkeiten in Bangalore ein. "Eine ideale Anlaufstelle für deutsche Unternehmen, die in Indien Fuss fassen wollen", so Patt.
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