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Freitag 30.07.2010
 
Wirtschaft entdeckt Indien
01-2007/1872
Quelle: Stadtspiegel, Deutschland
Einmal Indien und zurück
20.01.2007 Wirtschaft entdeckt Indien
Am kommenden Montag fliegt eine 24-köpfige Delegation nach Indien. Der Stadt-Spiegel begleitet die Unternehmer nach Bangalore -von Mike Offermanns

M'Gladbach - Am kommenden Montag, 15. Januar, geht es los: eine 24-köpfige Delegation, bestehend aus Vertretern der RWTH Aachen, der Hochschule Niederrhein sowie den Giesenkirchener Firmen Diamant Metallplastic, Reorg, HuDe aus Erkelenz und weiteren hoch spezialisierten Maschinenfabriken, begleitet vom Stadt-Spiegel, startet ihre Unternehmerreise ins südindische Industriezentrum Bangalore.

Während die Gladbacher Wirtschaftförderungsgesellschaft jüngst eine Unternehmerreise nach Shanghai organisierte und sich in Asien auf diesen Markt konzentrieren will, sorgt die von Diamant entwickelte und von den Hochschulen geprüfte Technik "made in Mönchengladbach" auch in Indien für interessierte Partner. Die neuesten Projekte werden an der Universität in Bangalore sowie auf der gleichzeitig stattfindenden internationalen Werkzeugmaschinenmesse IMTEX vorgestellt. Dazu werden am Jain-College die neuen Räumlichkeiten des von Diamant mitbegründeten Indo German Institute of Technologies (IGIT) eingeweiht. "Die Inder liegen kulturell näher bei uns als die Chinesen. Der Markt gewinnt immer mehr an Bedeutung und bietet uns alle Möglichkeiten für produktive Kooperationen", so Diamant-Geschäftsführer Achim Schulz.

Die Giesenkirchener Firma, die in ihren Produktnischen des "Metall-Plastic" weltweit zu den Marktführern zählt, hat sich bereits indische Kooperationspartner gesucht.

Auf einen Blick
Die Diamant Metallplastic GmbH hat mit ihrem Joint Venture Partner in Bangalore und der Visveswaraiah Technological University (VTU) das "Indo German Institute of Technologies (IGIT)" gegründet und so eine Plattform für den anwendungsbezogenen Technologietransfer durch Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft aus Deutschland und Indien geschaffen. Mehr Infos unter http://igit-vtu.com

Einmal Indian und zurück
An den Universität im indischen Bangalore ist Technilk "made in Mönchengladbach" stark gefragt.

"Die Inder produzieren nicht unbedingt billiger, aber schneller und einfacher", meint Schulz. Bürokratische Hürden oder die typischer 40-Stunden-Woche sind für indische Arbeitnehmer Frendworte. Dazu kommt die enorme Geschwindigkeit, mit der die Inder Technologiedefizite aufholen wollen.

Die Deutsche sind auf dem Universitätsgelände in Bangalore gern gesehene Gäste. Als Gastreferent wird der Diamant-Geschäftsführer hier auch im Herbst über die neuesten technischen Errungenschaften dozieren.

Und die können sich sehen lassen: eine Technik "made in Mönchengladbach" ist "VaryAir", die auf dem IMTEX vorgestellt wird. Zusammen mit dem Werkzeugmaschinen-Institut WZL der RWTH Aachen hat Diamant eine neue Art der Produktion für extrem präzise Luftlager entwickelt. Ein anderes Projekt ist "3D-Robotyping". Bisher sind das Teile, die beispielsweise als Prototypen für Motoren, Getriebegehäuse oder Pumpen für die Automobilindustrie verwendet werden und bheispielsweise aus einer "gedruckten" Gipsform bestehen. Nun sollen solche Teile mit Diamant-Produkten günstiger und besser hergestellt werden. Diese Materialien sind hart und widerstandsfähig, gleichzeitig aber um 90 Prozent billiger als die konventionell hergestellten Teile. Hier erfolgt die akademische Begleitung ebenfalls durch die RWTH. Ein weiteres Projekt ist "Construvation", eine Methode, alte Stahlträger freizulegen und anschließend so aufzuwerten, daß sie nicht mehr korrodieren können. Die Hochschule Niederrhein begleitet Diamant hier mit der Entwicklung neuer Produkte in der Nano-Coatiungs-Technologie. "Neben China haben sich viele deutsche Firmen, vor allen Dingen auch Unternehmen aus der Automobilindustrie, in Indien niedergelassen. Wir nutzen die Gelegenheit und sondieren den Markt", erklärt Bodo Streich, stellvertretender Geschäftsführer der HuDe Datenmesstechnik GmbH, seinen Beweggrund für die Reise nach Indien.

Die Erkelenzer haben vor fünf Jahren mit einer Unternehmerreise nach China die ersten Projekte in Fernost realisieren können und wollen nun auch den indischen Markt erobern. Die Firma mit ihrern 30 Mitarbeitern will konkurrenzfähig bleiben und müsse global denken und neue Märkte erschliessen, so Streich.

Auf einen Blick
Während die Mönchengladbacher Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFMG) sich in Asien auf China konzentriert und aufgrund fehlender personeller Ressourcen keinen weiteren Schwerpunkt setzen kann, haben die Neusser Kollegen Indien fest im Visier. So begleiten der Neusser Landrat Dieter Patt und die Wirtschaftförderungsgesellschaft in Neuss die Delegation nach Indien und werden als offizielle Vertreter das neue Indo-Germanische Institut am Jain College zusammen mit indischen Vertretern eröffnen.