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Dienstag 06.01.2009
 
Handelsblatt: Indo-German Office
08-2005/1325
Quelle: Deutschland
HANDELSBLATT
HANDELSBLATT TECHNIK und...
Marktchancen auf neuer Plattform im Rhein-Kreis Neuss installiert.

Indo-German Office NRW im Rhein-Kreis Neuss eröffnet.

Rhein-Kreis Neuss: Indien zählt zu den größten Staaten der Erde, das reale Wirtschaftswachstum der letzten 10 Jahre liegt über 8% p.A. und die Kaufkraft der Bevölkerung hat sich seit der Jahrtausendwende nahezu verdoppelt. Selbst die größten Pessimisten stufen die unveränderte Entwicklung optimistisch ein. Heute hat der Indische Markt bereits die Größe von Deutschland, Frankreich und Holland zusammen erreicht. In naher Zukunft, da sind die Wirtschaftsexperten sich einig, wird Indien die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt sein.

Unter diesen Aspekten ist es für deutsche Un-ternehmer unerlässlich, sich mit dem Potential, den Chancen und Risiken des indischen Marktes zu befassen. Ansonsten laufen sie große Gefahr, notwendige Einflüsse auf dem Weltmarkt an konkurrierende Staaten zu verlieren und später nur noch erschwert einen Marktzugang zu finden. Sie müssen sich daher jetzt fragen, ob sie es sich leisten können, einen der größten zukünftigen Märkte der Welt "links liegen" zu lassen.

Mit dem Indo-German Office - NRW (kurz: IGO-NRW) schaffte die Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreis Neuss nun eine Plattform, die sowohl Unternehmungen als auch Hochschulen und Universitäten den Markteintritt und den Wissenstransfer deutlich vereinfacht.

Markteintritte haben nichts mehr mit dem bloßen Austausch von Waren, Gütern oder Dienstleistungen gemein, sie beginnen im Frühstadium von Forschung und Entwicklung. Das Rad wird nicht mehr neu erfunden, sondern einzig seine Optimierung. Dreidimensionale digitale Steuerungspro-zesse haben das Reißbrett längst abgelöst und die globale Kommunikati-onselektronik erlaubt Prozesseingriffe rund um den Globus in Echtzeit.

Auf den Punkt gebracht heißt das, wenn die Märkte sich global verändern, müssen Unternehmen dort sein, wo die Märkte sind. Wenn Industrie- und/oder Handelskonzerne sich heute in neuen Märkten niederlassen, greifen sie auf Firmen zurück, die vor Ort sind. (Gründe: Qualitätssicherung, Rechtsprechung, Just in Time, After Sales Service). Wer hier keine Anschrift benennen kann, kommt zwangsläufig als Lieferant nicht in Betracht. Wer heute sein Know How nicht transferiert, kann morgen nicht erwarten, dass es angewendet wird.

Hierbei bildet das Indo-German Office NRW eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Unternehmen in NRW. Die technische Kompe-tenz liefert das Indo German Institute of Technologies (IGIT) innerhalb der Technologi-schen Universität (VTU) in Bangalore, Indien. Jährlich erlernen hier über 140.000 Studen-ten an 120 Fakultäten modernste Technologien und nehmen einen hohen Stellenwert im indischen Bildungswesen ein. Bereits 2002 legte der Rhein-Kreis Neuss gemeinsam mit Achim Schulz, (Gf. Gesellschafter des global tätigen Unternehmens Diamant Gesellschaft für Metallplastic aus Mönchengladbach) den Grundstock für eine Kooperation zwischen Indien und Deutschland. Woraufhin in 2003 das Institut IGIT mit dem ersten Studiengang Tribologie (Lehre von Reibung, Verschleiß und Schmierung) inauguriert wurde. Ein Jahr später wurde mit der FH-Darmstadt das erste lineare Tribologielabor in der asiatischen Welt installiert.

Unter Anwesenheit einer kleinen, aber hochkarätigen indischen Delegation, Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie Universitätsprofessoren der RWTH Aachen, der Hochschulen Niederrhein und Jülich wurden nun gleich mehrere wissenschaftliche Konzepte mit der VTU Bangalore projektiert.

Prof. Dr. Balaveera Reddy, Rektor der VTU reiste eigens mit Prof. Dr. Krishna Venkatesh, dem technischen Leiter des Institutes IGIT, sowie dem Joint Venture Partnern der Fa. DIAMANT, Gopal und Sharad Srivastava, aus Bangalore an. Dass alle drei während ihrer Deutschlandreise Geburtstag hatten, unterstreicht die Bedeutung der Reise zusätzlich. Neben Besuchen bei diversen Industriepartnern standen die Gespräche mit den Wissenschaftskollegen im Vordergrund. Stellvertretend für die übrigen sechs Projekte, die anlässlich der Delegationsreise verabredet wurden, sei hier „CASIE“ erwähnt, ein neues Automobil Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum, das mit dem Institut für Kraftfahrwesen IKA an der RWTH Aachen an der VTU Bangalore entstehen wird.

Das Indo-German Office NRW verbindet somit erstmalig Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft miteinander. Wobei der Zusatz -NRW- allenfalls eine räumliche Trennung bedeutet, wie einige Unternehmen aus Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland bereits freudig feststellten.

Weitere Informationen findet man im Internet unter http://igo-nrw.de. Unter der Rubrik „Mitglieder“ können interessierte Unternehmen, Institute oder Verbände kostenfrei und unverbindlich ihr Interesse anmelden.

Bildunterschrift:
Indische und deutsche Wissenschaftler, Unternehmer und Vertreter aus Politik und Verbände legten gemeinsam den Grundstock für das I-GO NRW im Rhein-Kreis Neuss.